Dilemma über die kurze Lebensdauer
| 23. April 2010
Anja und technische Geräte – das ist ein Thema für sich. Was an und für sich als endloses Drama in unzähligen Akten beschrieben werden kann, ist denjenigen, die mich kennen, bestens bekannt und sorgt sicherlich hin und wieder für ein Schmunzeln oder verständnisloses Kopfschütteln. Ja, ich gebe es zu: Ich stehe auf Kriegsfuss mit Handys, Druckern und Computern.
Aus unerklärlichen Gründen scheinen sie alle ein von mir unabhängiges Eigenleben führen zu wollen. Auch ist mir völlig unklar, weshalb ihre Lebensdauer in meiner Gegenwart meist eher kurz ist. Egal ob Pfeifgeräusche, Knattern oder immer wiederkehrende, lautlose Abstürze (wobei sämtliche Daten natürlich gelöscht werden); das Ende kommt meist unverhofft und schnell – Todesursache unbekannt. In der Hoffnung auf mögliche Reanimation werden diese Geräte eiligst zu den entsprechenden Fachstellen geschleppt, wobei mir dann mit einem müden Lächeln mitgeteilt wird, dass sich deren Reparatur ohnehin nicht mehr lohnt und zudem kostspieliger sein würde, als eine entsprechende Neuanschaffung. Nun ja, abgesehen davon, dass es unendlich viel Geduld meinerseits braucht, mich immer wieder auf die eiligst angeschafften Neuerwerbungen einzustellen, schleichen sich auch zunehmend heftige Gewissensbisse ein.
Gerade in Sachen Technik und Konsum scheinen Gedanken an Umweltschutz und Ressourcenknappheit nicht zu existieren... Wie kann es sein, dass Computer oder Handys, kaum aus dem Laden getragen, schon fast wieder veraltet sind? Wie kann es sein, dass eine Reparatur teurer ist, als die Neuanschaffung eines kompletten Gerätes? Was passiert mit dem ganzen weggeworfenen Material? Und auf die Frage, wo und von wessen Händen, unter welchen Bedingungen die Produkte hergestellt werden, gibt es meines Wissens kaum eine ethisch und ökologisch befriedigende Antwort. Dem entgegen hält sich hartnäckig die Parole unserer Wegwerfgesellschaft: „Aus den Augen, aus dem Sinn! – die Hersteller freut‘s!
Durch einen glücklichen Tipp von Bekannten habe ich jedoch nun eine Alternative gefunden: GEWA – die Stiftung für berufliche Integration mit Sitz in Zollikofen BE. Hier werden alte PC's und Zubehör wieder neu aufgerüstet und zu einem günstigen Preis weiterverkauft. Ein soziales Projekt, umweltfreundlich und es schont zudem auch noch das eigene Portemonnaie. Unter diesem Link finden sich genauere Informationen: http://gewa.ch/pc2-shop/
Mein neuer-alter Computer läuft übrigens prima und falls er doch wieder pfeifen sollte, weiss ich nun, wo ihm geholfen werden kann...







